Interview mit Claudia Rehm

Krisi Schoellkopf | Donnerstag, 24. März 2016 |
Autoreninterview mit Claudia Rehm


Ich hatte die große Ehre ein Interview mit Claudia Rehm, der Autorin von "Die Nacht der tausend Farben", zu führen. Viel Spaß beim Lesen :)
Hier eine kleine Einleitung über Claudias Leben: 

Ich lebe seit knapp 4 Jahren in Cambridge, davor war ich zwei Jahre in London. Ich liebe England über alles und habe es nie bereut hierher gezogen zu sein :-). In meinem Job unterhalte ich mich praktisch jeden Tag mit einem Nobelpreisträger, Prinz William ist einmal von Cambridge nach London mit mir im Zug gefahren und letztes Jahr hatte ich in Cambridge Vorlesungen bei einem Professor, der für die Harry Potter Filme Parsel in eine echte Sprache verwandelt hat. All diesen faszinierenden Menschen wäre ich in meinem kleinen, bescheidenen Heimatdorf nie begegnet...


    Wie kam Dir die Idee "Die Nacht der tausend Farben" zu schreiben?

Die Idee entstand aus einer Kurzgeschichte, die ich vor ein paar Jahren angefangen und danach komplett vergessen habe. Als ich diese Geschichte 2014 zufällig wiederentdeckte, war ich sofort begeistert davon und beschloss an ihr weiterzuarbeiten. Das fing damit an, dass ich die Hauptprotagonistin ein bisschen interessanter machen wollte, indem ich ihrer Persönlichkeit ein paar Ecken und Kanten verlieh. Irgendwann musste ich dann feststellen, dass diese Hauptprotagonistin aufregender als die eigentliche Geschichte geworden ist, und ich beschloss die beiden voneinander zu trennen. Ich nahm die Protagonistin und begann mir um sie herum eine komplett neue Story auszudenken - daraus entstand schlussendlich die Geschichte rund um Emma und die Nacht der Tausend Farben.

   "Die Nacht der tausend Farben" hat ein tolles Cover. Hast Du es mitgestaltet oder die Gestaltung beeinflusst?

Ich fühle mich aufrichtig geschmeichelt. Das Cover habe ich selbst gemacht und das, obwohl sich mein Talent (und die Geduld) für solche gestalterischen Herausforderungen wirklich SEHR in Grenzen hält. :)

   Wie kam Dir die Idee, über Gestaltwandler zu schreiben?

Ich glaube, da hat die Geschichte MICH mehr an der Hand genommen als umgekehrt. Angefangen zu schreiben habe ich nur mit der Grundidee aus Emma eine Heldin zu machen, die von ihren eigenen Leuten gefürchtet wird und deshalb unfreiwillig in die Arme ihrer Feinde flüchten muss. Viel mehr als das stand am Anfang noch nicht fest. Ich wollte Emmas dunkler Seite irgendwie zu einer dramatischen Offenbarung verhelfen und dazu kam mir die Idee, das im Rahmen einer Wandlungszeremonie zu tun. Erst ab diesem Zeitpunkt wurde meine Geschichte zu einer Geschichte über Gestaltwandler - weil die Story es so diktiert hat, nicht weil ich es von Anfang an so geplant hatte. 

    Hast Du einen Lieblingscharakter in "Die Nacht der tausend Farben"?

Wenn man so viel Zeit damit verbringt, seine Protas auszuarbeiten, baut man zu allen irgendwie ein freundschaftliches Verhältnis auf (selbst zu den Schurken). Wenn ich mich aber auf einen Lieblingscharakter festlegen müsste, dann wäre es wohl Harris. Harris ist herrlich unberechenbar und bei ihm weiß man nie wirklich, woran man gerade ist. Er bringt der Geschichte mit beinahe jedem Wort, jeder Bewegung und jedem Entschluss Spannung und Dramatik. So mag ein Schriftsteller seine Protas!

    Warum hast Du für Emma ausgerechnet das Element Feuer gewählt?

Ein wesentlicher Bestandteil der Gestaltwandler in meinem Buch ist der, dass sich ihre tierische Gestalt aus ihren menschlichen Eigenschaften, Stärken und Schwächen ergibt. Emma kann sich zwar nicht in ein Tier verwandeln, aber ich wollte, dass das trotzdem auch auf sie zutrifft. Ich habe für Emma das Feuer ausgewählt, weil es am besten zu ihrem Charakter passt. Emma ist eigentlich eine weiße Magierin aber sie hat auch eine dunkle, abenteuerhungrige Seite, die ihr manchmal heiß unter den Fingernägeln brennt. Diese andere Seite an Emma hat etwas Gieriges und Zerstörerisches und ich fand, dass Feuer das am besten verkörpert.  

   Wann wird der nächste Teil von "Die Nacht der tausend Farben" erscheinen?

Das Rohmanuskript von Teil 2 (mit dem vorläufigen Titel: Die Nacht der Tausend Farben – Verratene Elemente) ist fertig. Im Moment verbringe ich jede freie Minute damit es zu überarbeiten und danach geht es an einige Testleser. Ein bisschen wird es also schon noch dauern, bis die endgültige Version fertig ist, aber hoffentlich nicht mehr allzu lange. Auf einen genauen Termin kann ich mich leider nicht festlegen - dafür kommen mir das Leben und mein „ordentlicher“ Job viel zu oft in die Quere.

   Wo schreibst Du am liebsten?

Wann immer es die Zeit zulässt, schreibe ich in kleinen Coffeeshops. Dort kann ich mich am besten auf meine Texte konzentrieren und habe (ganz wichtig!) immer einen Cappuccino in Reichweite. Wenn ich zu Hause schreibe, bin ich oft abgelenkt, sei es nun durch den Haushalt, den Fernseher, die Nachbarn ...

    Inspiriert Dich jemand oder etwas besonders beim Schreiben?

Oh ja, Musik ist eine wichtige Inspirationsquelle für mich. Ich habe eine gewisse Auswahl an Liedern, die ich höre, um mich in die richtige Stimmung für bestimmte Szenen zu bringen. Ich brauche langsame, nachdenkliche Lieder für traurige Stellen, schnelle, dramatische Lieder für actionreiche Szenen und so weiter.  Ohne den richtigen Song bringe ich kaum eine Zeile zu Papier.

    Wieso hast Du Dich dafür entschieden Fantasyromane zu schreiben?

Fantasyromane bedeuten für einen Autor Freiheit - den Ideen und Einfällen sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Es gibt kaum Regeln oder Vorschriften und das macht Fantasyromane schon beim Schreiben unglaublich spannend und abwechslungsreich. Ich schreibe aber nicht nur Fantasy und wandere von Zeit zu Zeit auch gerne in andere Genres ab - in meiner Schublade liegt zum Beispiel ein unfertiger Thriller, eine angefangene Dystopie und auch ein paar eher humorvolle Manuskripte. 

    Hast du einen Lieblingsautor/-autorin und lässt Du Dich von Ihm/Ihr inspirieren?

Einen richtigen Lieblingsautor, den vielleicht niemals jemand ablösen kann, habe ich nicht, dafür bin ich viel zu einfach zu begeistern. Im Moment bin ich aber ein großer Fan von Tan Twan Eng („The Gift of Rain“, „The Garden of Evening Mists“) und ja, ich versuche durchaus mir den einen oder anderen Trick von ihm abzuschauen. Tan Twan Eng hat einen unglaublich schönen, poetischen Schreibstil ohne dabei allzu übertrieben und gestellt zu klingen und das ist eine Kunst, die mir auch für meine eigenen Texte gut gefallen würde...


Vielen Dank an Claudia für das großartige Interview und die tolle Zusammenarbeit. :)

Wenn wir Euch auf den Geschmack von "Die Nacht der tausend Farben" gebracht haben, hier entlang:

http://www.amazon.de/Die-Nacht-Tausend-Farben-Tödliche-ebook/dp/B01521F38A

Wer Claudia auf Facebook besuchen möchte, hier entlang:

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