Rezension: Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag

Sara S. | Montag, 28. März 2016 |



Titel: Mein bester letzter Sommer

Autor: Anne Freytag

Verlag: Heyne

Genre: Jugendroman

Seiten: 368

Erscheinungsdatum: 08.03.2016



Klappentext:

Du kannst dir nicht aussuchen, wann du die große Liebe triffst…Tessa hat immer gewartet: auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, sie hätte noch Zeit. Doch die hat sie nicht. Tessa wird sterben und das schon sehr bald. Sie ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der sie und ihre Fassade durchschaut, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr zur Seite steht. Er überrascht Tessa mit einem großartigen Plan und schenkt ihr einen letzten Sommer. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind.



Erster Satz:

Die großen Kopfhörer liegen weich auf meinen Ohren und verschlucken die Außenwelt.



Meinung:

Nach dem ich meine Tränchen verdrückt habe, musste ich mich gleich dransetzen und die Rezension schreiben. Dieses Buch habe ich mit einem traurigen, aber auch gleichzeitigen nachdenklichen Gefühl beendet.

Wir begegnen Tessa. Tessa ist 17 und wird bald sterben. Tag ein, Tag aus wartet sie auf ihren Tod. Bis Oskar in ihr Leben tritt und ihr zeigt, wie wertvoll das Leben und vor allem die Liebe ist.

„Das Leben wird nicht definiert von den Momenten in denen du atmest, sondern von denen, die dir den Atem rauben“ (Seite 27)

Mit diesem Zitat kann man die Begegnung zwischen Tessa und Oskar am besten beschreiben. Man merkt bei beiden, dass der Funke überspringt und eine tiefgründige Liebe dadurch entsteht.

Nach dieser ersten intensiven Begegnung nimmt die Autorin die Leser zusammen mit den Protagonisten mit auf einen Road Trip durch Italien und wir dürfen Tessa bei ihrem besten letzten Sommer begleiten.

Die Geschichte wird zunächst aus Tessas Sicht erzählt. Erst im späteren Verlauf wechselt die Perspektive und wir erfahren auch Oskars Gedankengänge.

Tessa und Oskar = Teskar… Ich habe mich unbeschreiblich in beide Protagonisten verliebt. Beide sind einfach völlig realistisch, ohne großes drum herum und große Ausschweifungen. Tessa ist wütend, auf sich, auf ihre Mutter, aufs Leben. Gleichzeitig jedoch geht sie sehr humorvoll mit ihrer Krankheit um: "Ich habe ein Verfallsdatum. Okay zugegeben, letztlich hat jeder eines, aber zu wissen, dass die meisten Konservendosen in unserer Speisekammer länger hier sein werden als ich, ist hart." Seite 11

Genau diese Art, dieses Gefühlchaos in ihrem Kopf macht sie so liebevoll.

Oskar habe ich von Anfang an gemocht. Er ist direkt, offen und hat ein großes Herz. Ohne groß um den heißen Brei herum zu reden, macht er Tessa den Vorschlag zur großen Italien Rundreise.

Die Gefühle der einzelnen Protagonisten werden durch den wundervollen Schreibstil der Autorin auf den Leser transportiert. Sei es die Trauer der Mutter, Tessas Angst oder auch später ihr pures Glück. Ich habe all diese Gefühle mit durchlebt. Ich habe gelacht, geweint und mitgefiebert, dass die Reise der beiden noch ganz lange gehen mag.  





Fazit:

Auch wenn ich zum Schluss bittere Tränen geweint habe, lässt mich dieses Buch wie bereits erwähnt, auch mit einem nachdenklichen Gefühl zurück. Muss man das Leben erst richtig leben, wenn man weiß, dass man sterben wird?

„Wir haben alle zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn wir realisieren, dass wir nur eines haben (Seite 267)

Und dieses Buch hat mir wieder einmal gezeigt, dass ich mein Leben leben will. Ich habe durch dieses Buch realisiert, dass ich nur ein Leben habe, daher beginnt jetzt für mich das zweite „richtige“ Leben.

Dieses Buch hat mich tief berührt, alle möglichen Gefühle in mir hervorgerufen, mich tief betroffen gemacht, aber gleichzeitig merkwürdigerweise auch lebensfroh. Bisher mein absolutes Jahreshighlight 2016.



Daher vergebe ich eindrucksvolle





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