Rezension: Götter

Krisi Schoellkopf | Mittwoch, 20. April 2016 |
Rezension: Götter



Titel: Götter
Autor: Will Hofmann
Verlag: Fabulus - Verlag
Genre: Science - Fiction, Fantasy
Seiten: 400
Erscheinungsdatum: 29. Februar 2016
Preis: 19,99 Euro (gebundene Ausgabe), 15,99 Euro (E-Book)




Inhalt:

In Deutschland gibt es vier geheime Reservate, in denen, nach Geschlechtern getrennt, Männer und Frauen wie Sklaven gehalten und körperlich sowie sexuell durch sogenannte Götter ausgebeutet werden. Diese gebärden sich zu ihrem eigenen Vorteil als Herren über Leben und Tod und führen über ihre Untertanen ein strenges Regiment bis hin zur Todesstrafe.
Diesem Terrorregime entfliehen unabhängig voneinander Agnes und Günter. Sie treffen sich zufällig in der Freiheit, tun sich zusammen und müssen das zivilisierte Leben von Grund auf neu lernen. Mithilfe von Freunden gelingt ihnen dieser Prozess erstaunlich schnell. Zugleich entsteht bei ihnen der Wunsch, die vermeintlichen Götter zu entmachten. Werden sie diesen Kampf erfolgreich bestehen?
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Über den Autor:

Will Hofmann, geboren 1949 im Taunus.
Arzt für Allgemeinmedizin und Psychiatrie mit 20-jähriger Praxiserfahrung in Berlin-Neukölln.

Begann seit Jugendjahren zu schreiben.
Erste Veröffentlichung 2011, "Abenteuermond" - ein Kinder-Science Fiction.
Bei Kindle bisher erscheinen: "Oktan", "Million Dollar Jucken" und "Da läuft was aus", eine Sammlung skurriler Kurzgeschichten.

Will Hofmann ist inspiriert von Edgar Alan Poe, Guy de Maupassant, Stanislaw Lem und vielen anderen, also von den Bereichen Grusel, Fantasy und Science Fiction. Seine Werke lassen sich deshalb diesen Genres zuordnen.

Daneben entstanden zahlreiche Skripts für den Unterricht an Kranken- und Altenpflege-schulen sowie Info-Broschüren zu unterschiedlichen medizinischen Themen für Patienten.

Durch seine wissenschaftliche Ausbildung und pädagogische Praxis vermag Will Hofmann es, komplexe Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Die fantastischen Theorien in "Oktan" und "Million Dollar Jucken" wirken glaubhaft und nachvollziehbar.

Hofmanns Geschichten sind geprägt durch seinen Beruf mit einerseits naturwissen-schaftlichen, andererseits psychologischen Neigungen. Die wissenschaftliche Basis seiner Erzählungen kann er, geschult durch seine Dozententätigkeit, dem Leser kompetent vermitteln.
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Meinung:

Ich habe, wie schon bei einigen Büchern zuvor, vom Fabulus-Verlag Post bekommen und mich riesig gefreut, denn mein heiß ersehntes Buch war endlich angekommen: Götter!

Das Cover des Science-Fiction Romans hat mich von Anfang an angesprochen. Zu sehen ist ein, an manchen Stellen unscharf abgebildeter, Stacheldrahtzaun, welcher sich über die linke Seite des Covers erstreckt. Im rechten, oberen Teil des Covers ist ein Helikopter, welcher jedoch auch leicht verzerrt zu erkennen ist. Der Hintergrund ist in gräulichen Tönen gehalten und das ganze Geschehen wirkt beängstigend und farblos.
Sobald man den Klappentext gelesen hat, kann man sich sehr gut erklären, warum das Cover so gestaltet ist, wie es oben zu sehen ist. Das Buch ist kein Zuckerschlecken!

Die Geschichte des Buches ist so schön beschrieben und so komplex, dass ich Seiten mit dessen Erklärung füllen könnte, jedoch möchte ich mich hier auf das Wesentliche beschränken.
Es geht um vier geheim gehaltene Reservate, welche sich in Deutschland befinden und von so genannten "Göttern" beherrscht werden. Das Leben für die Männer und Frauen in diesen Lagern ist furchtbar: Sie werden wie Sklaven behandelt und sexuell genötigt und missbraucht. Ebenso haben die Götter die Macht darüber zu entscheiden, ob und wer stirbt, ohne jeglichen Grund. Das ist gewissermaßen die Hölle auf Erden. 
Agnes und Günter kennen sich nicht, sind aber beide den Göttern entflohen. Beide sind zuerst geschockt, da sie noch nicht einmal vom anderen Geschlecht wussten. Die beiden müssen sich nicht nur an das "neue Leben" gewöhnen, sondern auch mit ihrer Vergangenheit zu Recht kommen. Manche Menschen würden sich nach solchen Erlebnissen in ihrem Bett verkriechen und nie wieder herauskommen, doch in den beiden brodelt es. Sie möchten die Ungerechtigkeit stoppen und die Götter ein für alle mal vernichten. 
Ob ihnen das gelingt, müsst Ihr selbst herausfinden :-)

Die Hauptpersonen sind, wie oben schon beschrieben, Agnes und Günther. Beide sind, wie ich finde, starke Persönlichkeiten, mit welchen man von Anfang bis Ende sympathisiert, da man alles über ihr Schicksal erfährt und sich vor ihrem Mut, den Göttern entgegen zu treten, verneigen möchte. Das komplette Gegenteil der beiden sind die vermeintlichen Götter, sie erscheinen unnahbar und der Leser kann sich ihnen in keiner Weise annähern, aber genauso wenig kann man ihr Handeln nachvollziehen. 
Zusammenfassend kann man bei diesem Punkt sagen, dass die Personen, zumindest einige von ihnen, starke Charaktere sind, die sich in das Gedächtnis des Lesers prägen. 

Der Schreibstil ist, was man meist unter "ideal" versteht, zumindest wenn es sich um Freizeitlektüre handelt. 
Keine zu abstrakten Begriffe, ein angenehmer Schreibstil und trotzdem versinkt der Leser durch ausführliche Beschreibungen und zusammenhängende Gedankengänge, völlig im Geschehen.

Während ich das Buch gelesen habe, hatte ich die ganze Zeit über einen Gedanken, der mich auch nachts plagte: Ist eine Situation, wie diese, in Deutschland möglich?
Es scheint irreal und fast zu schwer zu ertragen, aber dennoch wird es jeden, der sich dafür entscheidet, das Buch zu lesen, einige Tage, womöglich sogar Wochen, beschäftigen. 

Fazit:

"Götter" ist ein einzigartiger Roman, der nicht nur von den tollen Ideen des Autors, sondern auch von den kleinen Details (z.B. werden sogar, so genannte Göttergaben eingeführt) und der überzeugenden Charaktere lebt.
Selten war ich so gefesselt und aus diesem Grund kann ich nur folgende Anzahl Würmchen vergeben:




Mein großer Dank geht an dieser Stelle an Frau Grützner, Herrn Will Hofmann und den Fabulus-Verlag für das Rezensionsexemplar. 

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