Rezension: Ein Tag wie ein Leben: Vom Krieg

Krisi Schoellkopf | Freitag, 27. Mai 2016 |
Rezension: Ein Tag wie ein Leben: Vom Krieg


Titel: Ein Tag wie ein Leben: Vom Krieg
Autor: Arkadi Babtschenko
Verlag: Rowohlt Berlin
Genre: Kriegsroman
Erscheinungsdatum: 17. Januar 2014
Seitenzahl: 272
Preis: 19,95 Euro (gebundene Ausgabe), 16,99 Euro (e-Book)



Klappentext

Ein Soldat der U.S. Army, der offen über die amerikanische Folterpraxis im Irak spricht. Ein Terroristenführer im Kaukasus, der seinen schwer verwundeten Gegner, einen Glaubensgenossen, rührend pflegt, aber bei dessen ungläubigen Kameraden keine Gnade kennt. Oder der Gefangene, der sich freiwillig zum Strafbataillon meldet, um den unmenschlichen Verhältnissen zu entkommen. Der Krieg trifft die Menschen radikal, zerstört oft auch die, die ihn überleben, seit jeher und überall. Es ist das Bild einer kriegsversehrten Menschheit, das Arkadi Babtschenko in seinen Texten zeichnet, die zugleich Reportage wie große Literatur sind: Eindringlich schildert er den Alltag in gegenwärtigen und ehemaligen Krisengebieten, ob Tschetschenien oder Georgien, ob Vietnam, Afghanistan oder Gegenden, die heute noch unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs leiden. Er porträtiert gebrochene Existenzen, Überlebende, verzweifelte Spieler und, wie nebenbei, verschiedene Charaktertypen der Soldaten, vom ängstlichen Rekruten über den Zyniker bis zum kühlen Berufsmilitär. In «Ein Tag wie ein Leben» zeigt Arkadi Babtschenko, der mit Remarque und Hemingway verglichen wird, eine Welt, in der der Krieg Gesellschaften zerstört – und jeden Einzelnen, den er berührt, mit schicksalhafter Wucht verändert.
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Über den Autor

Arkadi Babtschenko, 1977 in Moskau geboren, wurde mit achtzehn Jahren zum Militärdienst einberufen und 1996 nach Tschetschenien versetzt. Später studierte er Jura in Moskau, wo er heute als freier Journalist und Schriftsteller lebt. Seine Bücher «Die Farbe des Krieges» (2007) und «Ein guter Ort zum Sterben» (2009) zählen zu den bedeutendsten Werken der jüngeren Kriegsliteratur.
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Meinung

Als ich das Buch zum ersten Mal im Programm des Rowohlt Verlags gesehen habe, hat es mich sofort angesprochen. Da es mir schon immer sehr schwer gefallen ist, mir das Leben im Krieg vorzustellen, wollte ich das Buch gern lesen und hoffte auf einen Roman, welcher mir die Auswirkungen und Geschehnisse besser verständlich vor Augen führen kann.
Vielen Dank an dieser Stelle an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.

Das Cover ist gewissermaßen nicht existent. Der Einband des Buches ist schwarz und der Titel des Romans prangt in großen Buchstaben auf dem Cover und das in einer metallenen Farbe, welche gegen das Schwarz des Hintergrunds einen starken Kontrast bildet. Bei genauem Hinsehen, erkennt man, dass in den Lettern kleine Figuren zu sehen sind, welche Waffen gegeneinander erheben und aufeinander schießen. 
Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Roman wie "Ein Tag wie ein Leben" kein passenderes Cover bekommen könnte. Die Stimmung des Covers spiegelt die Atmospäre im Buch sehr gut wider und zeigt dem Betrachter auch sofort, auf was für eine Geschichte er sich einlassen würde, sollte er den Roman aufschlagen.

Die Geschichte dreht sich um das Schicksal der Menschen, um genauer zu sein der Soldaten, welche im Krieg kämpfen. Wenn man die Rückseite des Buches betrachtet, fällt sofort der erste Satz ins Auge: "Sieben Jahre. Fast ein Drittel meines Lebens, nicht viel weniger. Der Mensch verbringt ein Drittel des Lebens im Schlaf. Ich - im Krieg."
Diese Aussage hat mich sehr bewegt und beschreibt auch die Handlung im Roman sehr aussagekräftig. Um es auf den Punkt zu bringen könnte man sagen, dass sich der Roman um das Leben im Krieg, die Auswirkungen und die Hintergründe dreht.

Bei "Ein Tag wie ein Leben" fällt es mir sehr schwer von Protagonisten zu sprechen. Es werden real existierende Menschen und ihre Schicksale beschrieben, welche meist tragisch enden. Mich persönlich haben die unterschiedlichen Personen und ihre Leben sehr bewegt, da ich mir immer die Frage gestellt habe: Was hätte ich getan? 

Die Sprache im Buch hat mich etwas enttäuscht. Ich kann verstehen, dass es für ehemalige Soldaten sehr schwer sein muss, ihre Gefühle in Worte zu fassen und auch kam es mir vor, als würde Herr Babtschenko es eher als Sachbuch betrachten, als als Roman. Es werden fast keine Emotionen beschrieben oder angedeutet, sondern Dinge werden detailgetreu und sachlich beschrieben.

Wie schon erwähnt, ist es mir schon immer schwer gefallen, mir das Leben im Krieg vorzustellen, aber dieser Roman hat mir deutlich vor Augen geführt, wie grausam es war. Den Tod als gegenwärtig anzusehen, ist nicht leicht, war aber damals unabdingbar.


Fazit

"Ein Tag wie ein Leben" ist kein Buch für schwache Nerven. Die Schilderungen vom Krieg lassen den Leser geschockt und gleichzeitig total überrumpelt zurück. Im Buch sind sehr viele Informationen verarbeitet, welche leider meist ohne emotionale Regungen geschildert werden. Dennoch ist das Buch einzigartig und ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, was für eine Überwindung es Herrn Babtschenko gekostet haben muss, diesen Roman zu verfassen.
Ich vergebe:




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