Rezension: Sturm auf Amber

Krisi Schoellkopf | Dienstag, 5. Juli 2016 |



Titel: Sturm auf Amber - Väter und Söhne (Nebelländer I)
Autorin: Thea Perleth
Verlag: Thea Perleth
Genre: Fantasy
Erscheinungsdatum: 21. Juni 2016
Seitenzahl: 378
Preis: 2,99 Euro (e-Book)
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Klappentext

Die Insel Amber droht in einem blutigen Konflikt mit ihren Nachbarländern zu versinken; die Situation scheint hoffnungslos, da sich alle alten Verbündeten des Landes von ihnen abgewandt haben. Mitten hinein in diesen Konflikt gerät der junge Nordländer Ilari Thorbjörnson, der als Botschafter seines Königs zu König Bornwulf von Dinora in dessen goldene Stadt Tamweld geschickt wird. Am Hof des Königs hat Ilari, herausgerissen aus seiner Welt, vor allem mit den Vorurteilen und der Ablehnung der Bevölkerung zu kämpfen, findet aber auch treue Freunde und Verbündete. Als sich die Situation weiter zuspitzt muss Ilari mit seinem bestem Freund Oskar Ashby, einem nordländischen Bastard, und Leana Paeford, der Tochter König Bornwulfs, in das verwunschene Land Konbrogi fliehen, dessen Grenzen von den geheimnisvollen magischen Fürsten der Nebelländer bewacht werden und ersucht diese um Hilfe. Das Schicksal Ambers, und damit das der Nebelländer und aller anderen friedlichen Völker, hängt nun von Ilari ab und von der Bereitschaft der Fürsten, an der Seite ihrer alten Verbündeten um den Frieden auf der Welt zu kämpfen. (amazon)




Meinung

Ich habe mein Exemplar direkt von Thea Perleth erhalten, vielen Dank an dieser Stelle!

Das Cover des Romans hat mich schon beim ersten Blick darauf angesprochen. Ich liebe alles Übernatürliche, Fantasyvolle und Geschichtliche. Das Cover schien mir ein Mix aus all dem zu sein. Zu sehen ist ein Amulett, welches sich durch seine schöne rote Farbe und den Eingravierungen, vom Hintergrund abhebt. Der Hintergrund besteht aus einer Berglandschaft, welche von einem heftigen Gewitter durchzogen wird, sodass die Blitze und der Sturm deutlich auszumachen sind und dem Cover etwas Unheilvolles verleihen.

Die Handlung in "Sturm auf Amber" ist etwas anders, als man sie sich zu Beginn vorstellen würde, allerdings macht dies, wie ich finde, das Besondere an diesem Roman aus. Amber steht vor dem Krieg und die Chance auf Hoffnung ist eher gering. Als Ilari Thorbjörnson genau an diesen Ort geschickt wird, steht er nicht nur fremden Menschen und fremden Orten gegenüber, sondern auch der Wahrscheinlichkeit, diesen Ort nie wieder verlassen zu können. Feinde lauern überall, sogar bei den eigenen Verbündeten. Ilari und seine Freunde sind direkt in einen schier unbesiegbaren Kampf geraten...

Ilari als Person hat mich fasziniert. Sein Charakter ist dynamisch und der Leser lernt ihn im Laufe der Kapitel immer näher kennen. Ich fand es auch sehr schön, einen solch detaillierten Blick in seine Gefühlswelt zu bekommen. Leider kamen mir die anderen Charaktere etwas zu kurz, was aber wahrscheinlich einfach an meiner Liebe zu Protagonisten in Büchern liegt. Ich muss immer alles wissen ;-)

Thea Perleths Schreibstil hat mich überrascht, auf sehr positive Weise. Ich habe schon einige Bücher gelesen, in welchen zwar die Story vollkommen überzeugend war, der Schreibstil allerdings enttäuschend. Hier allerdings hat sich die Autorin gewagt, einen eher ausgeschmückteren und stilvollen Schreibstil zu wählen, welcher sich konsequent durch den Roman zieht. Umgangssprache und schlechte Formulierungen sind überhaupt nicht zu finden, ich war begeistert!

Mich hat "Sturm auf Amber" an eine Mischung aus einem Geschichtsbuch und "Herr der Ringe" erinnert. Die Handlung ist durchdacht und es scheint, als wäre der Roman mit jedem kleinen Twist und Turn genauso geplant gewesen, ohne auch nur an der kleinsten Stelle den Faden zu verlieren.
Mir persönlich ist es, besonders zu Beginn, schwer gefallen, die gesamte Handlung und Schauplätze (trotz beigefügter Karte) zu überblicken, was allerdings im Laufe des Lesens immer einfacher wurde.



Fazit

"Sturm auf Amber" ist ein sehr gelungener erster Band der Nebelländer-Reihe. Für Fans von spannungsgeladenen und eher "raueren" Büchern ist dieses Buch genau richtig. Ich vergebe: 






Über die Autorin

Die Idee zur Buchreihe Nebelländer entstand zu Beginn meines Studiums der nordischen Philologie 1987 in München. Dort faszinierten mich die Vorlesungen Professor Schiers. Das Thema war die Wikingerzeit, die 793 n.Chr. mit dem Überfall auf das Kloster von Lindisfarne begann. Die Besiedlung Islands wurde von ihm so packend geschildert, dass ich davon träumte, auf große Islandfahrt zu gehen. Wenn ich am nächsten Morgen meinem isländischen Kommilitonen Ægir davon berichtete, im Traum in einem Geysir gebadet zu haben, winkte dieser nur ab.
„Man kann in keinem Geysir baden, das ist zu heiß“, war seine lapidare Antwort. Das stimmt jedoch nicht, Ægir. Es geht doch, im Reich der Fantasie ist alles möglich.
Ich wollte ein Buch schreiben über die Besiedlung Islands, der aufregenden Landnahmezeit am Ende des neunten Jahrhunderts und über den Aufbau einer skandinavischen Demokratie. Ich war aber ebenso fasziniert von der turbulenten Wikingerzeit auf England. Die Dänen plünderten, mordeten und siedelten an der Küste und im Osten Englands. Sie waren für zahlreiche Städtegründungen wie zum Beispiel York verantwortlich.
Doch vorerst ruhte das Projekt. Nach dem Studium rückte die Familie in den Vordergrund, zwei Kinder wurden groß gezogen. In dieser Zeit wurde Recherche betrieben. Meine bedauernswerte Familie musste in den Ferien jeden historisch relevanten Ort in Skandinavien zum Teil mehrmals besuchen. Über die Jahre war die Wikingerzeit mir und meiner Familie ans Herz gewachsen.
Es war ganz natürlich, dass ich etwa zwanzig Jahre später einen ersten Entwurf für einen fantastischen Roman über Island erarbeitete. Dabei verwob ich die Landnahmezeit Islands mit der Wikingerzeit auf England. Doch das machte das Projekt zu unübersichtlich. Es wurde geteilt und der erste Teil der Chroniken der Nebelländer, Sturm auf Amber, liegt nun in vier Bänden vor. Er beruht auf der ambitionierten, aber letztlich misslungenen Unterwerfung Englands durch die Dänen im zehnten und elften Jahrhundert. Mit dem zweiten Teil, Sneland, der Besiedlung Islands, konnte ich endlich beginnen.

(aus Thea Perleths Sicht, amazon)



Krisi ❤

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