Rezension: Es war einmal Aleppo

Krisi Schoellkopf | Donnerstag, 27. Oktober 2016 |

Titel: Es war einmal Aleppo
Autorin: Jennifer Benkau
Genre: Schwierige Themen, Liebesgeschichte
Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2016
Seitenzahl: 377
Preis: 3,99 Euro (e-Book)
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Klappentext

Es ist wie ein Schlag ins Gesicht. Antonia kommt mit ihrer Familie aus dem Urlaub, und plötzlich leben mehrere hundert Flüchtlinge nebenan.
Klar – irgendwo müssen sie unterkommen. Aber ausgerechnet hier?
Doch dann trifft Toni auf Shirvan. Und mit jeder skeptischen Frage, die sie ihm stellt, wird die Sache verzwickter.
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Meinung

Ich habe den Roman als Vorab-Rezensentin direkt von Jenny zugeschickt bekommen, nochmals vielen Dank an dieser Stelle!

Schon als ich von "Es war einmal Aleppo" nur das Cover kannte, wusste ich, dass es ein absolutes Lesemuss werden würde!
Zu sehen ist ein Schmetterling, welcher gerade über das Cover zu fliegen wollen scheint. Um ihn herum ist Stacheldraht angebracht, sowie Teile einer Stadt. In Kombination mit der Farbgebung lässt es den Betrachter schon tief beeindruckt zurück, ohne dass jener, einen einzigen Satz des Romans gelesen haben muss.

Toni kommt zurück aus dem Urlaub und plötzlich befindet sich in ihrer Nachbarschaft nicht mehr der Tennis-Club, sondern ein Flüchtlingslager!
Ihre Freundin nimmt Toni mit in das Lager, welches zu Beginn noch ein rotes Tuch für die verunsicherte Schülerin darstellt. Doch langsam, beginnt sich das Chaos aus Menschen ohne Heimat, Wirtschaftsflüchtlingen, Religions- und Politikwirrwarr und so vielem mehr, etwas in ihrem Kopf zu lichten. Wenn es nur so einfach wäre...
Die Geschichte hat mich von Anfang an sehr interessiert, da ich der Meinung bin, gar nicht über diese "Thematik" urteilen zu können, da ich gar nicht weiß, wo ich beginnen soll, nach Informationen zu suchen. Doch dieser Roman ist nicht nur sehr interessant, sondern auch perfekt aufgebaut. Der Leser lernt die Menschen und ihre Geschichten hinter dem Terminus "Flüchtling" kennen und so wird das Thema zu etwas, das jeden angeht, und nicht nur in den Nachrichten zu sehen ist.

Toni ist ein Mädchen im perfekten Teenie-Alter, somit haben wir das schon mal gemein ;). Auch wird sie sehr authentisch beschrieben, da sie nicht von Beginn an eine Position vertritt, sondern sich ihre Meinung und Ansichten verändern im Laufe des Romans, so wie auch die meinen es taten. Ich bin der Meinung, dies ist die wahre Kunst einer Autorin und das ist Jennifer Benkau perfekt gelungen.
Egal ob der Leser es mit Tonis Eltern, Menschen im Flüchtlingsheim, ihrer besten Freundin oder ihrem Bruder zu tun hat, die Protagonisten sind durchweg "real", was das Lesen auch zu einem unvergleichlichen Erlebnis macht.

Wie schon in Jennifer Benkaus Romanen zuvor, ist die Sprache in "Es war einmal Aleppo" mehr als beeindruckend! Genau an den richtigen Stellen wird der Text emotionaler oder sachlicher und doch bleibt sie einem Erzählstil treu. Ich habe das Buch vor Tagen beendet und bin immer noch fasziniert.

Damit Ihr mich nicht falsch versteht: Dieses Buch hat mich tief bewegt. Die Recherche und die Gedanken, welche sich Jennifer Benkau gemacht haben musste, sind mehr als beeindruckend. Falls Ihr Euch nun auf einen süßen Liebesroman vor einem etwas schwierigen Hintergrund freut, muss ich Euch enttäuschen. Ich musste mehr als einmal eine Träne verdrücken und mit den Zähnen knirschen um den aufkeimenden Ärger in mir zu unterdrücken. So sehr hat mich selten ein Buch bewegt, oder wie ich es direkt nach dem Lesen formuliert habe:
Ich glaube, so fertig, wie ich gerade bin, war ich noch nicht einmal nach meiner Matheklausur. 



Fazit

"Es war einmal Aleppo" ist mehr als ein Roman. Dieses Buch erzählt die Wahrheit, auch wenn man es kaum glauben mag, und diese Wahrheit auf so überzeugende und doch emotionale Weise zu erzählen, macht mich noch immer sprachlos. Bitte lest dieses Buch, es wird Eure Sicht auf viele Sachverhalte grundlegend ändern! Ich vergebe:





Krisi ❤

Kommentare:

  1. Hey Krisi,

    eine schöne Rezension ♥
    Ich habe das Buch direkt auf meine Wunschliste gesetzt.

    Liebe Grüße
    Charleen

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    1. Liebe Charleen,

      vielen Dank! Es freut mich, dass sie Dir gefällt und Dich überzeugen konnte. Ich bin schon sehr gespannt, wie Dir das Buch gefällt. :)

      Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
      Krisi

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