Rezension: Das Erwachen des letzten Menschen

Krisi Schoellkopf | Mittwoch, 23. November 2016 |


Titel: Das Erwachen des letzten Menschen - Eine philosophische Novelle
Autor: Leveret Pale (Nikodem Skrobisz)
Genre: Metaphysisch, Philosophisch
Seitenzahl: 38
Preis: 4,99 Euro (Taschenbuch), 2,99 Euro (e-Book)
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Klappentext

*Eine Geschichte über die Suche nach dem Sinn des Lebens in einer sinnfreien Welt*

Es ist das Jahr 2137. Die Welt ist befriedet und komplett digitalisiert. Das Regieren haben Algorithmen übernommen, das Arbeiten Roboter und die Menschheit tut nichts mehr Nennenswertes, als in ihrem Reichtum zu schwelgen und sich mit Sexrobotern, virtuellen Realitäten, Drogen und Videospielen zu unterhalten. Die Welt scheint endlich in einer Utopie angekommen zu sein. Zumindest für die meisten.
Edgar wird depressiv, er verweigert den Konsum von Drogen und Sex und beginnt zu grübeln, bald führt er Tagebuch, um seine Gedankengänge festzuhalten. Er hat das Gefühl, dass irgendetwas in seinem Leben fehlt. Etwas, das von keiner Maschine und keinem materiellen Gut befriedigt werden kann. Bald realisiert er, dass das, was er sucht, der Sinn des Lebens ist.

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Meinung

Ich habe mein Exemplar des Romans im Zuge der Leserunde auf Lovelybooks direkt von Nikodem Skrobisz zugeschickt bekommen, vielen Dank!

Das Cover ist brillant! Ich denke, die meisten kennen das Gemälde aus dem 19. Jahrhundert "Der Wanderer über dem Nebelmeer" von Caspar David Friedrich. Da dieses Gemälde sehr häufig mit philosophischen Denkweisen, wie der Sicht Kants, in Verbindung gebracht wird, weiß der Betrachter sofort, dass es sich bei diesem Werk um ein philosophisches handelt.

Die Geschichte spielt in einer Zukunft, in welcher das Leben anscheinend keinen Sinn mehr hat; Die Menschen sollen aussterben und den Weg für die Deus Novus ebnen, welche die Erde beherrschen. Edgar lebt nur noch in Simulationen und erkennt den Sinn in seinem eigenen Leben nicht mehr.
Die Geschichte bietet allerlei philosophische Ansätze, seien es die von Aristoteles, Mill, Kant oder allgemein der Teleologie. Die zentrale Fragestellung ist die Suche nach Glück und die des Lebenssinns, welcher sich Edgar nicht erschließen lässt.

Edgar ist eine Person, mit welcher ich mich sehr gut identifizieren kann. Jeder hat sich doch schon einmal gefragt: Wie wird die Zukunft sein? Kann ich wahrhaftig glücklich sein? Gibt es die Eudaimonia von Aristoteles wirklich? Hat mein Leben einen Sinn?
Nikodem Skrobisz versucht in "Das Erwachen des letzten Menschen" viele Ansätze zu liefern, ohne dass er den Leser in eine bestimmte Richtung lenkt, was ich sehr angenehm fand, da Philosophie für mich das eigenständige Denken und die persönliche Auffassung bedeutet.

Wie schon in all seinen anderen Werken, bin ich von der Prägnanz und der Authentizität in den Formulierungen begeistert. Nikodem Skrobisz scheint für jede Situation die richtigen Worte zu finden, ohne den Leser zu überfallen, noch ihn zu langweilen.

Wie Ihr wahrscheinlich merkt, bin ich sehr euphorisch, da ich dieses Werk verschlungen habe. Am meisten allerdings hat mich der Tetris-Vergleich, wie auch die Weltbeschaffenheit, wie sie in der Novelle dargestellt wird, überzeugt. Wenn Ihr nun wissen wollt, wovon ich spreche, müsst Ihr "Das Erwachen des letzten Menschen" lesen. :-)
Und auch wieder bei diesem Werk: In der Kürze liegt die Würze. Lasst Euch nicht von der Seitenzahl abschrecken, glaubt mir, wenn Ihr das Buch zuschlagt, werdet Ihr sehr viel erlebt haben.



Fazit

"Das Erwachen des letzten Menschen" ist eine brillant durchdachte Novelle, welche den Leser nicht nur zum Nachdenken anreget, sondern auch zum Hinterfragen vermeintlich gegebener Situationen. Ich vergebe:





Krisi ❤

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