Rezension: Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden

Krisi Schoellkopf | Dienstag, 15. November 2016 |


Titel: Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden - Leben nach Auschwitz
Autor(en): Manfred Lütz, Jehuda Bacon
Verlag: Gütersloher Verlagshaus
Genre: Historisch, Zweiter Weltkrieg
Erscheinungsdatum: 26. September 2016
Seitenzahl: 192
Preis: 16,99 Euro (Gebundene Ausgabe), 13,99 Euro (e-Book)
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Klappentext

Sinn erfahren im Leid: Das bewegende Vermächtnis eines Auschwitz-Überlebenden 

»Dieses Buch ist kein Buch über Auschwitz. Da gibt es schon viele eindrucksvolle Berichte. Dieses Buch bringt die Weisheit eines Menschen zur Sprache, der Entsetzliches erlebt hat, aber darunter nicht zerbrochen ist. Bevor einer seiner Lehrer nach Auschwitz deportiert wurde, erzählte er seinen Schülern davon, dass es in jedem Menschen einen unauslöschlichen Funken gebe. An diesen Funken erinnerte Jehuda Bacon sich, als er selbst nach Auschwitz kam. Und diesen Funken hat er in seinem Leben durch seine ganze Existenz zum Leuchten gebracht.«
Im Gespräch mit Manfred Lütz erzählt Jehuda Bacon auf berührende Weise erstmals ausführlich über seine Erlebnisse im KZ und lässt uns teilhaben an den eindrucksvollen Konsequenzen, die er daraus gezogen hat.
- Bestseller-Autor Manfred Lütz im Gespräch mit dem jüdischen KZ-Überlebenden und Künstler Jehuda Bacon – ein existentieller Dialog
- Jehuda Bacon über seine Erlebnisse in Auschwitz und seine zutiefst menschliche Sicht auf das Leben und die Menschen
- Ein bewegendes und eindringliches Buch, das aufrüttelt!
(Amazon)




Meinung

Ich habe mein Exemplar des Romans direkt vom Bloggerportal (Randomhouse/Gütersloher Verlagshaus) zugeschickt bekommen, vielen Dank an dieser Stelle!

Ich bin, wie viele von Euch sicherlich schon wissen, ein großer Geschichts-Fan und kann von keinem historischen Werk die Finger lassen. Bei "Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden" allerdings, hatte ich auch ein wenig Angst, es zu lesen.
Besonders Geschichten aus dem Nationalsozialismus gehen mir sehr nahe und schon als ich die Einleitung las, wusste ich, dies wird keine Feierabendlektüre, dieses Buch wird auch nicht unbedingt Spaß machen: Es wird besonders werden.

Auf dem Cover sind die beiden Interviewpartner zu sehen; Links, Herr Bacon, welcher über seine Zeit in Auschwitz und sein Leben spricht, und rechts Herr Lütz, welcher das Interview führt und nachher auch dieses Buch verfasst.

Den Inhalt dieses Interviews kann ich Euch nicht beschreiben, er ist zu einzigartig, denn wer von uns kann sich noch vorstellen in einer solchen Welt zu leben? Wie war es, in Auschwitz inhaftiert zu sein? Seinen Vater zu sehen, wie er zur Gaskammer gebracht wurde? Unvorstellbar. Doch genau dieses Gefühl und die daraus resultierenden Einstellungen und Konsequenzen für sein restliches Leben schildert uns Herr Bacon - und dies weder mit Verbitterung, noch mit überspitzter Dramatik.

Der Leser sieht die damalige Zeit und die daran anschließende, meiner Meinung nach, mit ganz neuen Augen, da Herr Bacon sowohl die schreckliche Zeit im Camp, als auch seine Flucht in die Kunst, als auch das "Gute" im Menschen thematisiert.
Dies ist auch der Grund, warum mich dieses Buch fasziniert. Herr Bacon sieht, trotz allen Grauens, das Gute im Menschen und versucht uns Mut zu machen, genau dasselbe zu tun. Ob man den Mut und die Kraft nun in der Religion, Malerei oder in anderen Menschen findet, ist dabei zweitrangig.

Ich möchte an dieser Stelle auch ein ganz großes Lob an Herrn Lütz richten, da ich finde, dass dieses Interview, wie es geschrieben vor mir liegt, wunderbar aufgebaut ist. Die Aussagen sind authentisch und wurden, soweit ich es beurteilen kann, auch nicht verändert. Sie sind real - und dies macht auch die enorme Kraft der Worte aus.

Ein Tipp noch für jeden Leser: Schaut Euch das Bild auf dem Buchrücken an und googled Herr Bacons Kunstwerke, Ihr werdet staunen und womöglich, so wie ich es tat, sehr betroffen sein. Besonders dieses Gemälde hat mich nicht mehr losgelassen; Ich denke, mehr muss ich nicht sagen:

(Quelle: https://www.kedem-auctions.com/sites/default/files/sale/1316/42610.jpg)



Fazit

"Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden" ist nicht nur der Titel des Buches, sondern auch dessen Motto. Ich werde dieses unbeschreibliche Werk so schnell nicht vergessen:





Krisi ❤

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