Rezension: Lost Boy

Krisi Schoellkopf | Sonntag, 22. Januar 2017 |


Titel: Lost Boy
Autor: Johannes Groschupf
Verlag: Oetinger Taschenbuch
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 13. Januar 2017
Seitenzahl: 240
Preis: 12,99 Euro (Taschenbuch), 9,99 Euro (e-Book)

Klappentext

Verloren in den Tunneln des Vergessens: Als Lennart nachts im Hamburger Hauptbahnhof erwacht, weiß er weder wo er ist, noch wer er ist oder warum er hier ist. Nur mit dem Foto eines ihm unbekannten Mädchens in der Tasche macht er sich auf die Suche nach seiner Identität und seiner scheinbar verlorenen Liebe. Seine Reise führt ihn tief in die Clubszene Berlins und bringt ihn seiner Vergangenheit immer näher. Nach und nach findet Lennart heraus, dass er den musikalischen Manipulationen des charismatischen, aber gefährlichen DJs Bulgur verfallen ist. Wird Lennart sich retten können? Der neue Roman vom Autor von "Lost Places".

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Meinung

Ich habe mein Exemplar im Zuge der Leserunde auf Lovelybooks erhalten, vielen Dank an Oetinger und Herrn Groschupf!

Das Cover ist mir schon beim ersten Blick darauf ins Auge gesprungen - ein verlassener Bahnhof mit bunt bemalten Zügen, während das Gleis, sowie die einzige Person auf dem Cover, in einem Meer aus Schwarz und Weiß zu versinken scheint. Brillant!

Ich bin ein großer Fan von Romanen, welche mit der Psyche der Protagonisten - und des Lesers - spielen, wie es "Lost Boy" tut. Bei mir kommt bei Romanen wie diesen sofort die Frage auf: Was täte ich, könnte ich mich an nichts erinnern? Wäre ich dann noch ich - oder jemand vollkommen anderes?
Um ehrlich zu sein habe ich bei "Lost Boy" weniger auf die Empfindungen der Charaktere geachtet, sondern mehr auf meine eigenen. Ich konnte mir eine eigene Welt im Kopf spinnen, welcher ich gar nicht mehr entkommen konnte. Dies macht "Lost Boy" zu einem einzigartigen Erlebnis.

Lennart ist dem Leser von Beginn an sympathisch, da er genauso wenig über die Welt dieses Romanes weiß, wie der Leser. Es hat mich mit ihm verbunden, ohne dass ich ihn kannte, weswegen ich mich auch geradezu in das Geschehen hineingesteigert habe. 

Johannes Groschupfs Schreibstil verpasst der Geschichte den letzten Schliff. Die Formulierungen sind sehr gut getroffen und allein durch die Gestaltung des Prologs war ich von seiner Schreibkunst überzeugt.

Ich möchte, um Euch noch etwas neugieriger auf den Roman zu machen, noch das Vorwort erwähnen, welches im Laufe des Romans - zumindest bei mir im Hinterkopf - immer mitschwang:

"How long will I love you?" - Ellie Goulding



Fazit

"Lost Boy" hat mich auf eine Art gefesselt, wie zuletzt "Shutter Island".
Lest es, Ihr werdet begeistert sein. Ich vergebe:






Über den Autor

Johannes Groschupf, 1963 in Braunschweig geboren, wuchs in Lüneburg auf. Studium der Germanistik, Amerikanistik und Publizistik in Berlin (West). Einer der ersten Entdecker des Bezirks Neukölln; seine Erkundungen wurden unter dem Pseudonym Olga O'Groschen: Gebrauchsweisung für Neukölln (1988) veröffentlicht. Reisejournalist für Die Zeit, FAZ, Frankfurter Rundschau: Hawaii, Karibik, Ukraine, Russland, Kamtschatka, Japan, Indien, Algerien. 1994 Hubschrauberabsturz in der Sahara. 1998 entstand aus dieser Erfahrung das Radio-Feature "Der Absturz", das im Jahr darauf den Robert-Geisendörfer-Preis erhielt. Johannes Groschupf hat zwei mittlerweile erwachsene Kinder und lebt in Berlin und Hannover.

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Krisi ❤

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